Zum Mitnehmen · geschenkt

Die 7 Fragen, mit denen du jede Firma prüfst

Für den Fall, dass dich jemand ins Empfehlungsmarketing einlädt.

Petra von Lüpke · „Mein kleiner Laden"

Eins vorweg: Ich mache das selbst. Deshalb bekommst du diese Fragen — damit du mich damit genauso prüfen kannst wie jede andere. Wenn du danach nein sagst, ist das ein gutes Ergebnis.

Diese Fragen sind für den Moment, in dem dich jemand einlädt. Am Telefon, in einem Videogespräch, bei einem Kaffee. Du musst nichts davon auswendig können — nimm den Zettel mit und stell sie einfach der Reihe nach.

Ich beurteile hier keine Firma — meine eigene eingeschlossen. Eine fremde nenne ich gar nicht. Das Urteil ist deins — ich geb dir nur die Fragen dafür.

Die 7 Fragen

Frage 1

Womit wird dort Geld verdient — mit dem, was verkauft wird, oder mit dem Anwerben?

So prüfst du das

Woran du merkst, dass es hakt

Es geht die ganze Zeit ums Team, um Ränge, um „Menschen aufbauen" — und kaum darum, wer die Ware am Ende eigentlich benutzt. Ein System, in dem sich das Verdienen im Anwerben abspielt, ist in Deutschland verboten.

Frage 2

Was muss ich abnehmen — und was kostet mich das jeden Monat, auch ohne Umsatz?

So prüfst du das

Woran du merkst, dass es hakt

Die Antwort wird ungenau („kommt drauf an", „das regelt sich"). Die Gebühren kommen erst zur Sprache, wenn du danach fragst. Oder du sollst zum Start ein großes Paket kaufen, damit es „richtig losgeht".

Frage 3

Kann ich Ware zurückgeben und bekomme ich mein Geld wieder — und wie komme ich wieder raus?

So prüfst du das

Woran du merkst, dass es hakt

Aus „Geld zurück" wird im Gespräch ein Gutschein. Die Rückgabe gilt nur für Ungeöffnetes — bei Nahrungsergänzung heißt das: praktisch nie. Oder die Frage wird als Zweifel behandelt statt als Frage. Wer nur den Einstieg erklären kann und nicht den Ausstieg, hat dir die Hälfte erzählt.

Frage 4

Wer ist mein Vertragspartner — und gibt es eine kostenlose Kundenhotline?

So prüfst du das

Woran du merkst, dass es hakt

Es gibt gar keinen Kundenservice — jede Frage soll über die Frau laufen, die dich angeworben hat. Oder du findest nur Menschen, die dafür werben, aber niemanden, der dafür geradesteht.

Frage 5

Wer beantwortet dort die Gesundheitsfragen — und zwar jemand mit echter Ausbildung?

So prüfst du das

Woran du merkst, dass es hakt

Es ist normal, dass alle mitreden. Genau da fängt es an, unseriös zu werden — und die Verantwortung liegt am Ende bei dir, nicht bei der Firma.

Frage 6

Würdest du das Produkt auch kaufen, wenn es kein Geschäft dahinter gäbe?

So prüfst du das

Woran du merkst, dass es hakt

Du merkst beim Nachdenken, dass du es ohne die Verdienstmöglichkeit nicht kaufen würdest. Dann verkaufst du später etwas, hinter dem du nicht stehst — und das hält niemand lange durch.

Frage 7

Kann man dort auch einfach nur einkaufen — und zahlen alle denselben Preis?

So prüfst du das

Woran du merkst, dass es hakt

Einkaufen geht nur über eine Anmeldung, die eigentlich schon der Einstieg ins Geschäft ist. Oder Kundinnen zahlen spürbar mehr als Mitglieder — dann verkaufst du nicht ein Produkt, sondern ein Abo, und jedes Gespräch endet doch wieder beim Mitmachen. Das ist die Frage, an der sich zeigt, ob es wirklich ein Laden ist oder nur ein Vorwand für einen.

Nimm sie mit

Du brauchst sie im Gespräch, nicht am Schreibtisch. Mach einen Screenshot vom Kasten hier — oder druck dir die ganze Seite aus.

Die 7 Fragen, kurz

  1. Womit wird Geld verdient — Verkaufen oder Anwerben?
  2. Was muss ich abnehmen, und welche Gebühren laufen ohne Umsatz?
  3. Bekomme ich mein Geld zurück — und wie komme ich wieder raus?
  4. Wer ist mein Vertragspartner, und gibt es eine kostenlose Hotline?
  5. Wer beantwortet die Gesundheitsfragen — mit welcher Ausbildung?
  6. Würde ich das Produkt auch ohne das Geschäft kaufen?
  7. Kann man auch nur einkaufen — und zahlen alle denselben Preis?

Woher die Fragen kommen

Die Maßstäbe dahinter sind nicht von mir. Sie sind öffentlich, kostenlos und älter als jede Firma, die dich einlädt. Ich habe sie nur in Sätze übersetzt, die du im Gespräch auch wirklich stellen kannst:

Das ist keine Rechtsberatung, und ich beurteile hier keine einzelne Firma. Wenn du bei einer Antwort ein ungutes Gefühl behältst, frag jemanden, der dich nicht anwerben will.

Und meine Firma?

Frag mich. Ich beantworte dir diese 7 Fragen für mein eigenes Geschäft — schriftlich, auch die Punkte, bei denen die Antwort für mich unbequem ist. Du sollst mich mit demselben Zettel prüfen wie alle anderen.

Schreib mir dafür einfach auf Instagram: @petra.vonluepke

Und ist Empfehlungsmarketing überhaupt das Richtige für dich?

Das ist die andere Frage — sie hat mit der Firma nichts zu tun, sondern mit dir. 6 kurze Fragen, dein Ergebnis siehst du sofort. Es darf auch „nein" herauskommen.

Zum Test